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Dielektrische Elastomergeneratoren für regenerative Energien

 

Historie

In der Gemeinde Poppenhausen entspringt die Wern. Das Potenzial der Wasserkraft wurde über Jahrhunderte an vielen Mühlen im Oberlauf der Wern genutzt, um Mehl und Gips zu mahlen bzw. Holz zu verarbeiten. Aufgrund des geringen Gefälles kamen meist unterschlächtige Wasserräder zum Einsatz. Um die schwankenden Wassermengen auszugleichen wurden große Rückstauanlagen im Mühlgraben oder Mühlteiche angelegt. Durch die dafür erforderlichen Querbauten ging die Durchlässigkeit für die Fische verloren. 

 

Ist-Zustand

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Wehr der Storchenmühle in Kronungen Fischtreppe der Storchenmühle in Kronungen

Heute nutzt im Bereich der Gemeinde Poppenhausen nur noch die Storchenmühle die Wasserkraft durch das Betreiben einer Turbine. Vor einigen Jahren wurde hier die Durchlässigkeit mit dem Anlegen einer Fischtreppe um das Wehr geschaffen. Eine weitere vorhandene Turbine in der Fuchsenmühle darf wegen einer fehlenden Fischtreppe nicht betrieben werden. Eine touristische Nutzung der Mühlen im Oberlauf findet in Form der „7-Mühlen-Tour“ statt. Dabei fahren die Teilnehmer mit dem Fahrrad entlang des Wernradwegs und bekommen an sieben Mühlen Wissenswertes zu deren Geschichte und Nutzung von den Gästeführerinnen erläutert. 

 

 

DEGREEN

DEGenerator

Modell eines dielektrischen Elastomer Generators

Seit Mai 2012 wird am Fraunhofer ISC in Würzburg am Projekt DEGREEN gearbeitet. In diesem vom Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie geförderten Projekt wurden stark dehnbare vielschichtige dielektrische Elastomere entwickelt. Diese Folien können durch geschicktes elektrisches Laden und Entladen während eines Wechselzyklus von Dehnung und Entspannung elektrische Energie erzeugen. Die mechanische Dehnung der Folie wird von fließendem Wasser verursacht, welches durch ein verengtes Rohr fließt und dabei einen Unterdruck erzeugt (Venturi-Effekt). Ein solcher so genannter dielektrischer Elastomer Generator durchlief 2014 als Prototyp in einem Fließgewässer die ersten Funktionstests.

Für das Jahr 2015 ist der Aufbau von Versuchsgeneratoren an Fischtreppen und Querbauten geplant.

 

 

 

Die Rolle der EOW

Die Energiegenossenschaft Oberes Werntal begleitet das Projekt DEGREEN seit Oktober 2014 als Partner des Fraunhofer ISC und hat die Chancen und das Potenzial des Projekts beim Energiesymposium am 24.Oktober in Nürnberg dargelegt. So könnte die Fischdurchgängigkeit durch Entfernen der Querbauten oder das Errichten

von alternativen Fischtreppen, die die Bypass-Wassermengen nutzen und die Fische beim Passieren zusätzlich vor Fischräuber schützen, hergestellt werden. Für den Hochwasserschutz ergeben sich neue Alternativen die Schaffung von Retensionsräumen und Renaturierung noch besser in Einklang zu bringen und gleichzeitig die geballte zerstörerische Energie zu puffern und einer klimaschonenden Stromerzeugung zuzuführen. Das bisher nicht genutzte bzw. nicht nutzbare Potenzial der Wern zur Erzeugung von regenerativer Energie könnte erschlossen und im Sinne der regionalen Wertschöpfung direkt von den Bürgern der Anliegergemeinden genutzt werden.

 

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Wehr an der Weidenmühle Wehr an der Fuchsenmühle

Ziel der EOW ist es, zusammen mit dem FRaunhofer ISC und den Eigentümern einen Versuchsgenerator an der Wern zu installieren und zu betreiben.