Vorbeugen ist besser als Heilen 

 

DSC 0089Mit diesen Worten eröffnete Aufsichtsratsvorsitzender Leo Kraus die 2. ordentliche Generalversammlung der Energiegenossenschaft Oberes Werntal eG am 15.07.2015 um 19:30 Uhr und nahm damit Bezug auf ein kürzlich ergangenes Urteil eines Zivilgerichts in Den Haag gegen den niederländischen Staat, der den Klimaschutz faktisch auf Eis gelegt hatte. Er begrüßte neben den 74 anwesenden Mitgliedern, die sich eben diesem Klimaschutz aktiv annehmen, Ludwig Nätscher, Bürgermeister von Poppenhausen und die Niederwerrner Bürgermeisterin Bettina Bärmann, sowie die zweiten Bürgermeister der beiden Gemeinden Jürgen Hartmann und Thomas Wohlfahrt. Von Naturstrom und der ÜZ hieß er Lisa Badum und Robert Ruppenstein willkommen.

Anschließend richtete Bürgermeister Ludwig Nätscher ein Grußwort an die Versammlung und ermutigte die verantwortlichen Gremien, ihre Vision der Energiewende weiter zu verfolgen, aber dabei die Realität nicht aus dem Blick zu verlieren. 

Bettina Bärmann begrüßte die Mitglieder und möchte mit ihrem Beitritt zur Genossenschaft eine Sache unterstützen, die den Bürgern vor Ort einen Rahmen schafft, die Energiewende selbst anpacken zu können.

Im Anschluss erläuterte Herr Leo Kraus die personellen Veränderungen innerhalb des Vorstandes. So sind Werner Göbel und Klaus Rebhan zurückgetreten, für die Thomas Wohlfahrt und Jürgen Hack neu in den Vorstand berufen wurden. Rainer Walter-Helk übernahm den Vorstandvorsitz von Werner Göbel. Mit dem Tag der Generalversammlung endet auch das Amt als Vorstand von Thomas Hahn. Für ihn wird Gunter Häckner in den Vorstand berufen.  

Der Vorstandsvorsitzende Rainer Walter-Helk bat daraufhin Werner Göbel, den Bericht über das Geschäftsjahr 2014 zu präsentieren. Dieser nahm Bezug auf die Entwicklung der Genossenschaft, deren Planungen im Berichtsjahr sowohl durch die Diskussion um die 10-H-Regel als auch die lange offen gebliebenen Regelungen des EEG 2014 durchkreuzt wurden.

Aus diesen Gründen wurde keine weitere PV-Anlage errichtet, sondern es kam zu einer Neuausrichtung in Sachen Wind und PV. Für das Ergebnis im Jahr 2014 bedeutet das aufgrund der Fixkosten, dass ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 616,06€ angefallen ist, der jedoch viel niedriger war als im Vorjahr. Positiv ist die hohe Eigenkapitalquote der Genossenschaft, die bei 98% liegt. 

Nachdem der Aufsichtsrat seinen Tätigkeitsbericht vorgestellt hatte, beschloss die Versammlung einstimmig den Jahresabschluss 2014 einschließlich Vortrag des Verlustes auf das neue Geschäftsjahr, und entlastete ebenso einstimmig den Vorstand und den Aufsichtsrat.

Für die satzungsgemäß ausscheidenden Aufsichtsräte Dieter Monz und Leo Kraus, die sich beide nicht mehr zur Wahl stellten, wurden Bettina Bärmann und Werner Göbel einstimmig in den Aufsichtsrat gewählt.

In der anschließenden Aufsichtsratssitzung wurde Werner Göbel zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden der Energiegenossenschaft gewählt. 

Die Zukunft der Energiewende sieht der Vorstand der Genossenschaft in der Loslösung vom EEG. So muss für künftige Projekte die Direktvermarktung der erzeugten Energie im Vordergrund stehen. Ein Modell stellte Lisa Badum von Naturstrom vor, welches Bürgergenossenschaften vor Ort durch die Strommarke GRÜNSTROMWERK ermöglicht, ihren selbst erzeugten Strom regional zu vermarkten. Ein möglicher Regionaltarif für das Gebiet der Genossenschaft wäre zum Beispiel 25,49ct  pro Kilowattstunde plus eine monatliche Grundgebühr von 7,95€. Jürgen Hack stellte das Projekt DEGREEN vor, bei welchem die Genossenschaft die Entwicklung neuer innovativer Technologien unterstützt. Im PV-Bereich der Genossenschaft sind laut Rainer Walter-Helk für künftige Projekte der Eigenstrombedarf (auch in gewerblichen Bereichen) und die Möglichkeit der Direktvermarktung entscheidende Kriterien. Zum aktuellen Stand der geplanten Errichtung von Windkraftanlagen bei Maibach informierte Werner Göbel die Genossen über den positiven Gemeinderatsbeschluss vom vergangenen Montag, der den Weg zur Aufstellung des bereits in Auftrag gegebenen Flächennutzungsplanes bekräftigt. Die für das Verfahren erforderliche Umweltverträglichkeitsstudie ist bereits abgeschlossen und die Windmessungen sind in Planung. Gunter Häckner bestätigt, dass durch eine sorgfältige Planung die Nutzung von Windkraft in der Region Oberes Werntal handhabbar ist.

Um 21:30 Uhr schloss Leo Kraus die Generalversammlung mit dem Hinweis: „Wir haben die Erde nur von unsren Enkeln geliehen.“ Er ist sich sicher, dass spätestens die Urenkel den Genossen für ihr Engagement dankbar sein werden.